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biere HannoverWinterbock
HannoverWinterbock

ACHTUNG!
Der Anstich des HannoverWinterbocks findet am 28.11.08 um 19 Uhr statt. O´ zapft is!!

Die Wurzeln des HannoverWinterbock:
(Oder: Ein Bier kehrt zurück in die Heimat!)

Die Hansestadt Einbeck in Niedersachsen gehörte schon im Mittelalter zu den Biermetropolen Europas. Von hier aus wurden die Höfe in Deutschland und Skandinavien bis hinunter nach Italien beliefert. Die kleine Stadt muss ein einziges Bierlager gewesen sein. Zum Ende des Mittelalters zählte man hier mehrere Hundert Brauereien. Und wer heute noch aufmerksam durch die Straßen geht, entdeckt immer noch Häuser mit großen Toren – durch sie konnten einst die Braupfannen ins Haus gelangen. Das Brauen – wie auch das Backen – war lange Zeit Frauensache. Der Sudkessel gehörte häufig zur Mitgift.
Der untergärige HannoverWinterbock schmeckt süffig und voll im Charakter. Alle Bockbiere sind erheblich stärker eingebraut als normales Pilsbier. Der Gehalt der Stammwürze muss mindestens 16 Prozent betragen. Der Alkoholgehalt beträgt gut ein Drittel der Stammwürze. Und in ihr liegt ein Schlüssel für den Erfolg des Einbecker Gebräus im Mittelalter: Durch den höheren Gehalt an Stammwürze war es im Vergleich zu anderen Bieren länger haltbar und konnte somit auch weiter transportiert werden.
Zum Beispiel die bayrischen Herzöge waren einst dem Getränk aus dem Norden sehr zugetan, doch der Import wurde auf die Dauer zu teuer. Man versuchte es nachzubrauen, baute deswegen sogar das weltbekannte „Münchner Hofbräuhaus“. Doch die Qualität des Starkbieres aus Einbeck konnten die dortigen Brauer nicht erreichen. Deswegen wurde man anderweitig tätig. Heutzutage würde man sagen, man hatte damals „Headhunter“ losgeschickt, um einen Einbecker Bierbrauer abzuwerben. Mit Erfolg: Braumeister Elias Pichler konnte überzeugt werden, in den Süden zu ziehen und den Bayern das Bierbrauen beizubringen. So wird es zumindest um Einbeck herum gerne erzählt.
„Ainpöckisch“ Bier
Die Bayern sind auch verantwortlich dafür, dass das Bockbier dann seinen Namen gefunden hat und nicht nach dem eigentlichen Ursprungsort benannt ist. In Bayern nannte man es „Ainpöckisch“ Bier – Bier aus Einbeck. Und mit den Jahrhunderten wurde das „Ainpöck“ durch Mundfaulheit schlicht das „Bock“-Bier.
Aber es gibt durchaus noch eine zweite Historie: Ein Lehrling musste sich nach dem Leeren des Fasses auf den Bock, das Untergestell für das Fass, setzen. Auf diesem befand sich durch den Anstich und das Zapfen verkleckertes Bier. Blieben die Lehrlinge nach einer Weile kleben, war das Gebräu stark genug. Diese Geschichte ist allerdings – im Gegensatz zu der um Elias Pichler – nicht belegt.

Spionage, Piraterie und der Papst

Am Bier aus Einbeck könnte mann, wer tiefer in die Historie eindringen wollte, eine Kulturgeschichte deutscher Braukunst herleiten – mit Spionage, Piraterie, Handelskriegen, und selbst der Papst spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Denn hinter Klostermauern wurde das Bockbier später weiterentwickelt. Dem Kirchenoberhaupt wurde dabei von den Mönchen allerdings nicht die ganze Wahrheit über die Süffigkeit und den Alkoholgehalt des Bieres berichtet. Das erfolgte nicht ganz uneigennützig, denn: „Flüssiges bricht das Fasten nicht.“
Es rankt sich um das Bockbier noch eine letzte, gänzlich kulinarische Anekdote. Man frage sich: Wie kommt denn nur die Bockwurst zu ihrem Namen? Die Antwort liegt auf der Hand: Es ist tatsächlich die Wurst, die zum Bockbier gereicht wurde! Erfunden wurde der Name im Jahre 1899 von dem studentischen Publikum des Berliner Gastwirts Richard Scholtz. Die jungen Leute sollen seiner heißen Brühwurst den Namen gegeben haben. Und heute ist die Bockwurst – auch ohne das dazugehörige Bier – eine der beliebtesten „Fingerfood“-Mahlzeiten in Deutschland.

Die technischen Daten: 16,5 % Stammwürze
ca. 6,3 Vol % Alc.
Rötlicher naturtrüber Bock
mit unvergleichlich vollem
Charakter.

Achtung: Starkbier! "Don´t drink and drive"!

untergärigst

Ihr Stadtbraumeister


Bernd Kirsch
und das gesamte HBX-Team